München, 1. April 2026
Am 24. März trafen sich im Bayerischen Landtag Vertreter aus Politik und Orthopädietechnik zu einem intensiven Austausch über die aktuellen Herausforderungen der Branche. Mit dabei waren Thomas Zöller, MdL (Patienten- und Pflegebeauftragter der Bay. Staatsregierung), Susann Enders, MdL (Gesundheitspolitik), sowie Anton Rittel, MdL (Soziales/Handwerk).
Seitens der Branche brachten sich die Landesinnung Bayern für Orthopädietechnik, vertreten durch Udo Mannl und Andreas Betzlbacher, sowie zahlreiche Leistungserbringer, aktiv in die Diskussion ein. Unter den teilnehmenden Unternehmen waren sowohl Leistungserbringer als auch Hersteller vertreten:
F. G. Streifeneder, Permobil, Schuchmann, physioTEC, Pohlig, reha team Betzlbacher und mannl + hauck.
Bereits im Landtag wurde deutlich: Die Orthopädietechnik steht unter wachsendem Druck. Steigende bürokratische Anforderungen, ein sich verschärfender Fachkräftemangel sowie strukturelle Defizite in der Hilfsmittelversorgung belasten die Betriebe zunehmend. Gleichzeitig bleibt die Verantwortung hoch – schließlich geht es um die individuelle und oft existenziell wichtige Versorgung von Menschen mit Behinderung und schweren Erkrankungen.
Ein zentrales Thema war zudem die Digitalisierung. Während politische Strategien und gesetzliche Vorgaben Fortschritte versprechen, erleben viele Betriebe in der Praxis vor allem eines: Verzögerungen, fehlende Schnittstellen und zusätzliche Bürokratie. Die Branche machte deutlich, dass Digitalisierung nur dann einen echten Mehrwert bietet, wenn sie konsequent praxistauglich umgesetzt wird und nicht zu weiteren Belastungen führt.
Zwei Tage später, am 26. März, folgte der nächste Schritt im Dialog: Thomas Zöller besuchte das Unternehmen mannl + hauck, um sich vor Ort ein eigenes Bild zu machen.
Während der Betriebsbesichtigung wurde schnell klar, was Zahlen und Berichte allein nicht vermitteln können: die hohe handwerkliche Expertise, die individuelle Anpassung jeder Versorgung und die enorme Verantwortung, die auf den Schultern der Fachkräfte liegt. Besonders eindrücklich waren die Versorgungen im Kinder- und Schwerstbehindertenbereich, die nicht nur technisches Know-how, sondern auch Erfahrung, Einfühlungsvermögen und Zeit erfordern.
Im direkten Austausch wurden die zuvor diskutierten Themen greifbar. Die Vertreter des Unternehmens machten deutlich, dass die aktuellen Rahmenbedingungen die tägliche Arbeit zunehmend erschweren – und damit langfristig auch die Versorgungsqualität gefährden können.
Der Besuch zeigte eindrücklich, wie wichtig es ist, politische Entscheidungen eng an der Versorgungspraxis auszurichten. Gleichzeitig wurde klar: Die Branche ist bereit, sich aktiv einzubringen und Lösungen mitzugestalten.
Der Dialog zwischen Politik und Orthopädietechnik darf daher kein einmaliges Ereignis bleiben. Vielmehr braucht es kontinuierlichen Austausch, konkrete Maßnahmen und den gemeinsamen Willen, die Versorgung nachhaltig zu sichern. Denn am Ende geht es nicht nur um wirtschaftliche Rahmenbedingungen – sondern um die fachgerechte Versorgung und eine gesicherte Lebensqualität von Menschen.














